Geschäftsidee: Professionelle Ermittlung von verlorenem Fluggepäck

Julian —  22. Januar 2012 — 31 Comments

Ich bin gerade über einen Artikel in einem Forum gestolpert, wo jemandem auf der Reise nach Amerika der Koffer abhanden gekommen ist und auch die Gepäckermittlung der Flugline nach mehr als 2 Wochen ihn nicht gefunden hat. In dem Post fragt er, wo der Koffer sein könnte. Ich vermute mal, um nun selbst danach zu recherchieren.

Als ich das gelesen habe, war meine erste Idee, dass es doch sicher Firmen geben wird, die in genau diesem Fall professionell ermitteln. Also im Prinzip so etwas wie eine Privatdetektei, die auf verlorenes Gepäck spezialisiert ist. Scheint es aber nicht zu geben. Zumindest hat Google sowohl mit deutschen, wie auch mit englischen Suchbegriffen keine Treffer ausgespuckt und es gab auch keine Adwords zu diesem Thema.

Auf den ersten Blick könnte das ein Markt zu sein. Auf verschiedenen Webseiten kann man lesen, dass jedes Jahr zwischen 25 und 30 Millionen Gepäckstücke nicht zusammen mit dem Passagier am Zielflughafen ankommen. Davon sollen allerdings 95% innerhalb der ersten 5 Tage wieder auftauchen. Das sind aber immer noch ca. 1,3 Millionen Gepäckstücke die länger brauchen oder nie mehr auftauchen. Auf einer anderen Seite habe ich gelesen, dass etwa 200.000 Gepäckstücke letztendlich nie mehr auftauchen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass einige dieser Koffer einen erheblichen Wert haben und sicher auch einige Leute bereit wären für eine professionelle und von einer einzelnen Airline unabhängige Suche etwas zu bezahlen. Ich habe zwar noch nie einen Koffer entgültig verloren, aber ich kenne das von der Deutschen Post. Ich habe nicht gerade sehr viel Vertrauen in einen Nachforschungsauftrag bei dem Unternehmen, dass den Brief / Koffer ja vorher erst verloren hat. Würde deren Tracking funktionieren, wüssten sie ja wo der Brief / Koffer ist und müssten nicht erst nachforschen. Zumal es ja auch keine richtige Incentivierung gibt, den Brief / Koffer wiederzufinden. Der Kunde ist ja schon verärgert. Bei einem darauf spezialisierten Unternehmen, könnte es neben einer Grundgebühr auch eine Prämie geben, wenn das Gepäckstück am Ende wieder auftaucht.

Natürlich braucht es da jemanden, der sich in der Luftfahrtbranche ein bisschen auskennt. Also wie funktioniert das Gepäckhandling an den unterschiedlichen Flughäfen eigentlich? An welche Firmen ist das outgesourced? Welche Datenbanken und Schnittstellen gibt es da, usw. Und ein paar bestehende Kontakte in die Branche wären sicher auch von Vorteil. Ich kann mir aber trotzdem vorstellen, dass man, wenn man dieses Know How hat, ein Callcenter aufbauen kann, dass sich dieser Aufgabe annimmt und versucht verlorene Koffer wieder zu beschaffen ohne überall vor Ort sein zu müssen.

Mit verschiedenen Serviceleveln könnte man die unterschiedliche Wertigkeit des Gepäcks adressieren: Eine rein telefonische Recherche nach dem Koffer könnte vergleichsweise günstig angeboten werden, wenn das Gepäck des Kunden wertvoller ist, könnte sich vor Ort ja sogar jemand auf den Weg machen und versuchen den Koffer aufzuspüren. Das könnten ja Leute sein, die sowieso am Flughafen arbeiten oder gearbeitet haben und sich so etwas dazu verdienen.

Keine Ahnung ob das letztendlich zu einem vernünftigen Preis zu realisieren ist und ob es genug Leute gibt, die bereit wären für diese Leistung Geld auszugeben, aber es ist zumindest ein Service, den bis jetzt niemand anzubieten scheint. Die Vermarktung wäre sicher vergleichsweise einfach. Da es noch keinen Wettbewerb gibt, sollten sich Top Positionen bei Google leicht erreichen lassen. Zusätzlich könnte man mit AdWords oder später mit Prospekten in der Nähe der Lost & Found Schalter an den Flughäfen werben.

(Foto CC von reverses)

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